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B-Part – das Holzhaus im Park

Bpart Berlin - Urban Ideation Lab am Gleisdreieck

Wenn im B-Part ein Experimentierlabor für das ideale Stadtquartier entsteht, dann liegt es nahe, dass das Gebäude selbst einen Beitrag dazu leistet. Das geht mit Holz.

Während man Bauten aus Holz überwiegend mit Hütten, Ferienhäusern oder dem sympathischen Schwedenhaus assoziiert, schlägt die Entwicklung längst eine ganz andere Richtung ein: nämlich in die Höhe.

Noch vor wenigen Jahren waren Holzhochhäuser nicht nur undenkbar, sondern auch gar nicht erlaubt. Inzwischen reckt sich in Vancouver ein 18-geschossiger Holzbau in den Himmel. Und selbst Industriegebäude werden heute mit dem uralten Baustoff errichtet wie zum Beispiel die hundert Meter hohe Windkraftanlage „Timber Tower“ in Hannover.

Der seit Jahrtausenden genutzte Werkstoff bietet von Natur aus ein ganzes Bündel an vorteilhaften Eigenschaften. Aber erst in letzter Zeit wurde die Produktionstechnologie so weiterentwickelt, dass sich diese Vorteile auch in größeren Gebäuden realisieren lassen.

Der Schlüssel liegt in industrieller Fertigung und modularer Bauweise. Die eigentliche Baustelle liegt sozusagen weniger vor Ort, als vielmehr in der Produktion der montagefertigen Module. Im Fall vom B-Part stammen die Holzelemente aus der Schweiz. Hier wirkt das Unternehmen Renggli als einer der Vorreiter in der hochpräzisen Holzverarbeitung.

In der Luzerner Ortschaft Schötz betreibt Renggli auf einem Areal von 50.000 m2 ein hochautomatisiertes Fertigungswerk. Wie man es aus der Automobilindustrie kennt, wird hier Just-in-Time produziert. Die Arbeitsschritte sind genau definiert und in 3-D-Modellen festgehalten. Computer steuern hochpräzise Maschinen: Bei Renggli beispielsweise betragen die Abweichungen bei Elementen von zwölf Metern maximal 1 Millimeter. Am Ende der Produktion verlassen Bauelemente mit einem Gewicht von bis zu 5 t und Größen bis zu 16 m die Halle. Bei Renggli arbeiten neben dem guten, alten Zimmermann zunehmend IT-Spezialisten, Ingenieure und Gebäudetechniker.

Aber im Gegensatz zu den auf diese Weise realisierbaren Holzhochhäusern bleibt das B-Part mit zwei Stockwerken eher auf dem Boden. Entscheidend ist hier nicht die Höhe, sondern der Beitrag zur Zukunft unserer lebens- und arbeitswerten Stadt. Denn in dieser Zukunft wird Holz aus guten Gründen eine buchstäblich wachsende Rolle spielen.

Zum einen wird das Material von außen als ästhetisch ansprechend und von innen als warm empfunden. Holz sorgt seit jeher für ein Gefühl von Behaglichkeit und schafft angenehme Oasen inmitten der städtischen Betonlandschaften.

Deutliche Vorteile bietet das Material zum Beispiel gegenüber Beton auch in ökologischer Hinsicht. Der nachwachsende Baustoff speichert Kohlendioxid, während bei der Produktion von Zement leider heute noch enorme Mengen des Treibhausgases emittiert werden.

Und nicht zuletzt liefern Holzelemente aus modularer Fertigung auch bautechnische Vorteile. Das Baumaterial ist einerseits viel leichter, was Energie beim Transport einspart. Andererseits lassen sich Holzgebäude deutlich schneller errichten; ein großer Pluspunkt hinsichtlich der Anforderungen einer sich stark verdichtenden Stadt.

Eine zusätzliche Pointe liefert das temporäre B-Part am Ende seiner auf rund vier bis sechs Jahre avisierten Nutzung im Gleisdreieckpark: Das Holzhaus kann komplett ab- und an anderer Stelle wieder neu aufgebaut werden.

Aktuell wird aber erstmal aufgebaut. Wer sich das ansehen will, kann im November 2018 an der Rohbau-Besichtigung teilnehmen. Genauere Infos zum Termin folgen.