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Cyrill Lachauer – Birds

22 Oktober | 14:00 - 18:00

Kostenlos

Birds (Nat.Geo. 1989 – 1999), 2022

Als Jugendlicher bekam ich eine vollständige National Geographic Sammlung der Jahre 1989 bis 1999 von einem Freund meiner Eltern. Damals gab es die Hefte nur englischsprachig und es war noch eine Phase, als Printmedien das Geld hatten, um hochwertig zu arbeiten. Die Hefte waren ein Schatz für mich, da ich bereits damals sehr viel reiste, fotografierte und über ein Ethnologiestudium nachdachte. Als ich an dem Zyklus The Adventures of a White Middle Class Man (From Black Hawk to Mother Leafy Anderson), 2016-2017 am Mississippi arbeitete, beschäftigte ich mich mit Zeichen und Symbolen der Hobos, der amerikanischen Figur des wanderers. Um mir keine ihrer, im deutschsprachigen auch als Zinken bezeichneten Symbole anzueignen, entwickelte ich eine abstrahierte, dreiteilige Form eines Greifvogels – inspiriert von den Adlern, die mir am Oberlauf des Mississippi begegneten. In der Ausstellung What Do You Want Here in der Berlinischen Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst im Jahr 2017 tauchte das Zeichen des Vogels sowohl als Leinwand-Objekt als auch als Deckblatt einer eigens für die Ausstellung konzipierten Zeitung auf.

Nun, fünf Jahre später, beschäftigte ich mich mit den Vögeln weiter und es entstand die Arbeit Birds (Nat.Geo. 1989 – 1999), 2022. Im Zuge meiner Auseinandersetzung mit Landschaft als Raum, der prozesshaft fortgeschrieben wird, einer Auseinandersetzung, die mit der Idee der erzählenden Landschaft begann und in der Ausstellung Full Service, 2015 im Museum Villa Stuck, München gezeigt wurde und die zuletzt in dem Konzept I am not sea, I am not land, 2020 im Haus der Kunst, München mündete, entstanden 120 Vogel-Kollagen aus der Sammlung der National Geographic Hefte. Jede einzelne Kollage besteht aus drei Teilen, die analog ausgeschnitten wurden. Ich habe nur Fotos verwendet, die keine Menschen, sondern wie auch immer geartete Landschaften zeigen. Landschaften bilden sich immer im Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure und unterliegen nicht einer Natur – Kultur – Dualität. Die so entstandenen Vögel zeigen neuartige Landschaften des Niedergangs, der Zerstörung, ferner Welten aber auch Vögel von großer Schönheit und Traurigkeit. Im Zuge der Arbeit wurde es deutlich wie versehrt die Erde bereits in den Jahren 1989 bis 1999 war – von brennenden Ölfeldern in Kuwait bis hin zur Zerstörung Amazoniens – und sich die Lage bis heute nicht gebessert, sondern lediglich weiter dramatisch verschlechtert hat. Die Vögel zeigen sich als Boten des Sterbens, aber in ihrer Form und Vielfalt auch als Boten der Hoffnung im Sinne einer Aufforderung unruhig zu bleiben (vgl. Donna Haraway, 2018). Die Kollagen wurden dann in einem weiteren Schritt abfotografiert und als Tableaus von je 24 Vögeln arrangiert. Ich verstehe Sie als Mit-Wesen, die uns zum Handeln auffordern.

Die Arbeit Birds (Nat.Geo. 1989 – 1999) wird erstmals in einer gleichnamigen, von Hans-Jörg Clement kuratierten und der Konrad-Adenauer-Stiftung geförderten Ausstellung im B-Part Exhibition gezeigt.

Details

Datum:
22 Oktober
Zeit:
14:00 - 18:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,
Webseite:
www.kas.de/web/begabtenfoerderung-und-kultur/kulturtipps

Veranstaltungsort

B-Part Exhibition
Luckenwalder Str. 6b
Berlin, 10963 Deutschland

Veranstalter

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
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